Stadtteilmanagement
Heidenau-Nordost

Hinter den Kulissen: Oasen geben – Quartier erleben

Sommer, Sonne, Strandurlaub. Letzteres gestaltet sich dieses Jahr leider etwas schwieriger und viele von uns verbringen einen Teil ihres Urlaubs daheim auf dem eigenen Balkon. Das ist doch vielleicht die beste Gelegenheit, es sich auf minimaler Fläche maximal gemütlich zu machen. Und wenn es dann noch einen praktischen Nebeneffekt gibt, kann man es sich auch in den eigenen vier Wänden gut gehen lassen.

Eine Möglichkeit, es sich zu Hause schön zu machen, habe ich im ESF-Vorhaben „Oasen geben – Quartier erleben“ einmal selbst ausprobiert. Vor Ort wird die Möglichkeit geboten, sich in kleinen Gruppen ein eigenes kleines Hochbeet für den Balkon oder die Terrasse zu bauen und dieses anschließend zu bepflanzen. Doch bevor ich irgendwann hoffentlich einmal eine reiche Kräuterernte vorweisen kann, galt es, meine nur spärlich vorhandenen handwerklichen Talente auszuschöpfen.

Als ich die Werkstatt in den Räumlichkeiten des CJD betrat, musste ich schon ein wenig schmunzeln. Genau so hatte ich es mir auch vorgestellt: Unmengen an Holz, umfangreiche Werkzeugsammlungen und große Maschinen. Ein wahrer Spielplatz für Heimwerker und eine kleine Herausforderung für mich.

Insgeheim war ich sehr froh, als ich die magischen Worte „Wir haben da mal etwas vorbereitet!“ vom Anleiter hörte. Auf der Werkbank lagen bereits die benötigten Holzleisten fertig zugesägt bereit. Und dennoch war ich glücklich über das gezeigte Musterexemplar des Hochbeets um mir vorstellen zu können, wie ich diesen Holzstapel zu einem dreidimensionalen Objekt verarbeiten kann.

„Zuerst bauen wir die vier Seitenteile und verschrauben diese dann auf der Bodenplatte“, erklärte mir der Anleiter. Also Akkuschrauber in die Hand und dann immer schön vorbohren-schrauben-vorbohren-schrauben im Wechsel. Und das für jede der insgesamt etwa 20 Holzlatten. Anfangs tat ich mich etwas schwer in der Handhabung des Schraubers, aber nach ein paar Durchgängen ging alles leicht von der Hand und es entspannte sich letztlich auch der skeptische Blick meines Teamkollegen.

Die Kiste nahm schrittweise Form an und war letztlich stabiler als ich es anfangs vermutete. „Sie muss ja auch ordentlich Gewicht von der Erde und dem Gießwasser halten können.“, wurde mir erklärt. Auch die Optik gefiel mir wirklich gut. Ein großer Teil der Holzleisten hatte schon ein früheres Leben als Gartenhütte oder Tür hinter sich und punktete mit einer wunderschönen Patina. Gleichzeitig ist es natürlich vorbildlich, die Materialien wiederzuverwenden, statt sie auf dem Schutt verrotten zu lassen.

Nachdem der Rahmen fertiggestellt war, wurde das innere der Kiste mit Teichfolie ausgekleidet, damit das Holz nicht mit der feuchten Erde in Berührung kommt. Sonst wäre das Vergnügen wohl nur von kurzer Dauer. Noch schnell ein paar Löcher zum Abfluss des überflüssigen Wassers in den Boden gebohrt und schon konnte es ans Befüllen meiner handwerklichen Meisterleistung gehen.

Instinktiv hätte ich mein Hochbeet einfach mit Erde gefüllt, doch hier bekam ich glücklicherweise ein paar Tipps vom Gartenprofi. „Unten füllen wir eine Schicht mit Tongranulat ein, damit diese das Wasser speichern kann und sich keine Staunässe bildet“, lerne ich aus erster Hand. Und die Erde darüber kommt auch nicht nur direkt aus dem Baumarktsack in den Kasten, sondern wird aus drei verschiedenen Erden gemischt um den Pflanzen eine optimale Grundlage zu ermöglichen.

Nach der Pflicht folgt bekanntlich die Kür und beim Einpflanzen der frischen Kräuter stellte ich mich schon weit weniger unbeholfen an, als beim Bau des Behältnisses. Doch auch hier war guter Rat wichtig und ich lernte noch einige Dinge über fachmännisches Pflanzen und die Kunst es am Ende natürlich aussehen zu lassen.

Mein Erstlingswerk können die HeidenauerInnen vor Ort bestaunen und sich auch gern an den Kräutern bedienen. Wem das nicht reicht, der ist herzlich eingeladen, sich selbst einmal an der Werkbank bei dem Vorhaben „Oasen geben – Quartier erleben“ auszuprobieren.

Mein persönlicher Tipp zum Sommer: So ein Hochbeet kann man auch wunderbar mit Pflanzen bestücken, die jedem kühlen Getränk oder Cocktail noch die letzte Würze verleihen!